Basics: 7 Tipps für das sichere Führen und Anbinden

Führstricke

Allein schon aufgrund der Tatsache, dass unsere Pferde zu den Fluchttieren zählen und noch dazu erheblich mehr Gewicht auf die Waage bringen als wir, müssen gewisse Grundlagen im Alltag einfach absolut sicher sitzen. Zu diesen Basics gehört auch das Anbinden und Führen des Pferdes. Gerade bei solch alltäglichen Dingen kann es schnell zu bösen Unfällen kommen, wenn man nachlässig wird und im Alltagstrott vergisst, bestimmte „Sicherheitsvorkehrungen“ einzuhalten. In diesem Artikel möchte ich euch deshalb einige wichtige Tipps zum richtigen Führen und Anbinden ans Herz legen:

1. Unverzichtbar: Die richtige Erziehung

Gewisse Benimmregeln sind ein Muss, wenn man sicher mit einem Pferd umgehen möchte. Zum Beispiel muss es lernen, dass man zum führenden Menschen einen gewissen Abstand hält und ihn nicht umrennen darf – auch dann nicht, wenn es am liebsten panisch die Flucht ergreifen möchte. Die Zauberworte sind hier „Vertrauen“ und „Konsequenz“. Vor allem Bodenarbeit eignet sich gut zum Aufbauen von Vertrauen und schafft eine gute Grundlage für ein sicheres Miteinander.

2. Führen mit Halfter und Strick

Beim Führen sollte sich der Mensch im Idealfall links neben dem Pferd auf Höhe des Pferdekopfes befinden. Der Führstrick wird etwa 30 cm unterhalb des Halfters mit der rechten Hand gegriffen. Der Rest des Stricks wird in Schlaufen gelegt und in die freie linke Hand genommen.

Bitte niemals den Führstrick um die Hand wickeln! Sollte sich das Pferd losreißen, kann dies zu schlimmen Verletzungen führen!

Beim Führen sollte der Strick stets lose durchhängen, während euer Pferd euch folgt. IHR bestimmt dabei das Tempo, nicht euer Vierbeiner!

Aus Sicherheitsgründen sollte außerdem immer nur ein Pferd zur selben Zeit geführt werden, auch wenn es mal schneller gehen muss und viele Pferde zur Koppel geführt werden sollen. Eure Sicherheit geht IMMER vor!

3. Führen mit Trense

Bei schwierigen Pferden, in fremder Umgebung oder im Straßenverkehr empfiehlt es sich, das Pferd an der Trense zu führen, da man im Notfall mit dem Gebiss deutlicher einwirken kann als mit einem einfachen Stallhalfter. Dazu greift man die Zügel mit der rechten Hand, kurz hinter den Gebissringen und mit zwei Fingern zwischen den Zügeln, die als „Abstandshalter“ fungieren. Das Zügelende wird in der linken Hand gehalten.

4. Einwirkung: So wenig wie möglich, so viel wie nötig

Egal, ob das Pferd mit Stallhalfter, Knotenhalfter, Halfter und Führkette oder der Trense geführt wird: Es darf niemals unnötig am Seil geruckt oder gar mit Dauerdruck auf die Pferdenase oder das Maul eingewirkt werden. Wie immer gilt: Man sollte stets so leicht wie möglich, aber so viel wie nötig einwirken, um dem Pferd keine Schmerzen zuzufügen und ein Abstumpfen zu verhindern.

5. Der geeignete Anbindeplatz

Bevor das Pferd angebunden werden kann, sollte man einen sicheren Anbindeplatz auswählen, der frei von Gefahrenquellen (z.B. scharfe Kanten, herausstehende Nägel) ist. Wichtig ist außerdem, dass das Pferd nicht an beweglichen Teilen wie etwa Türen angebunden wird oder sich potentiell angsteinflößende Maschinen oder Gegenstände in der Nähe befinden, die zu einer panischen Reaktion und folglich ein Losreißen des Pferdes führen könnten.

6. Sicher anbinden mit dem Anbindeknoten

Es gibt verschiedene Anbindeknoten, die auf unterschiedliche Art und Weise geknotet werden. Für welchen man sich entscheidet, ist zweitrangig – wichtig ist nur, dass er schnell mit einer Hand zu öffnen ist. Der Strick darf sich zudem nicht festziehen, wenn das Pferd am Strick zieht.

7. Die richtige Anbindelänge

Beim Anbinden solltet ihr außerdem auf die korrekte Länge des Seils achten: Das Pferd soll zwar am Platz gehalten werden, aber noch die Möglichkeit haben, sich umzusehen. Eine pauschale Empfehlung für die richtige Anbindelänge kann jedoch nicht gegeben werden, da diese von Pferd zu Pferd unterschiedlich ist. Grundsätzlich sollte das Pferd jedoch weder zu kurz, noch zu lang angebunden werden.  Ist das Anbindeseil zu kurz, könnte das Pferd sich bedrängt fühlen und versuchen, sich loszureißen. Ist das Seil zu lang, besteht die Möglichkeit, dass es sich mit den Vorderbeinen darin verfängt.

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Geschrieben von Evi

Evi ist unser Cowgirl im Blogger-Team. Sie liebt den Western-Lifestyle nicht nur - sie lebt ihn auch! Evi betreibt eine kleine Quarterzucht und kennt sich sowohl mit Aufzucht, Jungpferden und allen Themen rund um Pferdehaltung hervorragend aus. Seit 2014 ist sie als Veranstaltungskauffrau in unserer Eventabteilung tätig und bildet nebenbei Westernpferde aus. Viele wertvolle Tipps u.a. zu Bodenarbeit, Parelli, Join Up und auch Geitners Dualaktivierung gibt sie euch in unserem Blog.

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