Hufe richtig auskratzen

Auskratzen der Hufe

Die Hufe sollten vor und nach jedem Reiten sowie der Bodenarbeit ausgekratzt werden, um Steinchen, Dreck und Sand zu entfernen. Auch wenn das Pferd nicht bewegt wird, ist es wichtig die Hufe regelmäßig zu kontrollieren und zu säubern.

„Ohne Huf kein Pferd“ – So individuell wie unsere Pferde, so unterschiedlich ist auch die Hornqualität ihrer Hufe. Die Abnutzungsgeschwindigkeit des Horns hängt sowohl von der Beschaffenheit als auch der Wuchsgeschwindigkeit der Hufe ab. Wildlebende Pferde legen auf ihrer Suche nach Nahrung täglich 15-30 km zurück und profitieren von dem, durch die Bodenbeschaffenheit bedingten, natürlichen Hufabrieb. Die heutige Pferdehaltung geht mit zu weichen Böden und chronischem Bewegungsmangel einher und macht eine regelmässige und korrekte Hufpflege unerlässlich. Viele Huferkrankungen resultieren aus mangelnder und schlechter Pflege und können sogar zu Lahmheit und irreversiblen Schäden führen. Eine sorgfältige Hufpflege – das tägliche Reinigen und Entfernen von Steinen, Dreck und Mist verhindert das Entstehen von Infektionen (Bsp. Strahlfäule), offenbart Verletzungen und verhindert durch das Entfernen eingeklemmter Fremdkörper (Steine, verkeilte Ästchen) das Entstehen von Hufgeschwüren. Auch lose Hufeisen können so rechtzeitig entdeckt werden.

 Unser Tipp:

Besonders in der nass-kalten Jahreszeit sind viele Pferde von Strahlfäule betroffen. Dem übelriechende Zersatz des Horns kann mit einem Hufstrahl-Pflege-Spray oder auch KERALIT Strahl-Liquide vorgebeugt werden; bei bereits von Strahlfäule angegriffenen Strahlfurchen schafft der GELAVET Strahlfäule-Buster Abhilfe.

Gerade Anfänger haben zu Beginn eine gehörige (und gesunde) Portion Respekt vor dem Aufheben der Hufe; wird man doch stets vor der von ihnen ausgehenden Gefahr gewarnt. Wir erkären euch in unserem Beitrag das korrrekte Hufeauskratzen Step-by-Step.

Wenn ihr noch keine Routine im Umgang mit Pferden besitzt, solltet ihr euch in jedem Fall von einem erfahrenen und routinierten Pferdefreund bei den ersten Malen Hufeauskratzen über die Schulter schauen lassen. Diese können euch auf Fehler hinweisen und geben euch besonders zu Beginn etwas Sicherheit.Wichtig ist, dass ihr den Huf sicher in der Hand haltet und auf euren Kopf achtet. Weiterhin sollte das Pferd auf einem ebenen Untergrund stehen, da es ansonsten Schwierigkeiten hat auf 3 Beinen die Balance zu halten.

Step 1: Das Anheben:

Zum Anheben der Vorderhufe stellt ihr euch seitlich an die Schulter des Pferdes, mit dem Rücken zum Pferdekopf. Ihr könnt mit der näher am Pferd liegenden Hand sanft von der Schulter das Bein hinab bis zum Fesselkopf gleiten und dabei in einer bestimmten Tonlage das Kommando „(Gib) Huf!“ geben. Die meisten Pferde reagieren sofort und heben bereitwillig den Huf an.

Gibt das Pferd den Huf nicht oder legt sich sogar noch darauf, hilft es oftmals, sich gegen die Schulter des Pferdes zu lehnen und es nur soweit aus dem Gleichgewicht zu bringen, dass es das andere Bein verstärkt belasten muss. Das nun zwangsläufig entlastete Bein, könnt ihr nun anheben, sofern das Pferd den Huf nicht ohnehin schon freiwillig gehoben hat.

Das Anheben der Hinterbeine:

Hierfür stellt ihr euch neben die Kruppe und ebenfalls mit dem Rücken in Richtung Kopf. Ihr greift von hinten um das Bein und fahrt behutsam die Innenseite des Beines hinab bis zum Sprunggelenk und erteilt auf Höhe des Fesselkopfgelenks erneut das Kommando „(Gib) Huf!“. Nun könnt ihr den Huf nach hinten etwas raus ziehen und bequem auf dem Oberschenkel ablegen oder den Schenkel gegen das Röhrbein des Pferdes lehnen.

Step 2: Das Halten:

Umfasst den Huf fest mit der Hand. Um euren Rücken zu entlasten und auch die Bewegungsspanne des Pferdes etwas einzuschränken, könnt Ihr den Huf bequem mit dem Knie oder unteren Oberschenkel stützen oder fixieren – plötzliches Wegziehen oder Durchtreten fällt in dieser Position weniger heftig aus, da das Pferd nur bedingt raumgreifende Bewegungen ausführen kann.

Step 3: Das Auskratzen:

Mit Hilfe eines Hufauskratzers oder auch Huf-Pick säubert man den Huf von Steinen, Dreck und Mist. Sand und loser Dreck können gut mit der kleinen Bürste auf der gegenüberliegenden Seite des Metall-Pick beseitigt werden. Bei beschlagenen Hufen beginnt ihr außen, also am inneren Hufeisenrand und entfernt Steine und groben Dreck. Die Strahlfurchen werden zum Schluss gereinigt. Bei unbeschlagenen Hufen ist neben den Strahlfurchen, besonders auch die Kontrolle der weißen Linie wichtig: Manchmal setzen sich hier kleine Steinchen oder Körner fest.

Step 4: Das Abstellen:

Sobald ihr den Huf fertig ausgekratzt habt, gebt ihr das Kommando „Ab!“ und lasst den Huf vorsichtig herunter. Bitte lasst das Bein nicht einfach los, da viele Pferde den Huf einfach auf den harten Boden fallen lassen.

Welcher Hufauskratzer ist der richtige für mich?

Grundsätzlich sollte ein Huf-Pick gut in der Hand liegen und stabil sein.

Der klassische Huf-Picks ist mit einem zusätzlichen Bürstenkopf ausgestattet um Sand und feineren Dreck entfernen zu können.

Der Hufräumer kommt ohne Bürste aus und ist die einfachste Variante unter den Hufauskratzern. Dank seiner geringen Größe, kann man ihn auch super mit ins Gelände oder auf den Wanderritt nehmen.

Für alle die auf verspielte und lustige Designs stehen, gibt es kreative Modelle wie den Huf-Pick mit Pferdekopf oder den Hufauskratzer Dotty mit süßen Pünktchen.

 

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Geschrieben von Evi

Evi ist unser Cowgirl im Blogger-Team. Sie liebt den Western-Lifestyle nicht nur - sie lebt ihn auch! Evi betreibt eine kleine Quarterzucht und kennt sich sowohl mit Aufzucht, Jungpferden und allen Themen rund um Pferdehaltung hervorragend aus. Seit 2014 ist sie als Veranstaltungskauffrau in unserer Eventabteilung tätig und bildet nebenbei Westernpferde aus. Viele wertvolle Tipps u.a. zu Bodenarbeit, Parelli, Join Up und auch Geitners Dualaktivierung gibt sie euch in unserem Blog.

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