Tipps für den Pferdewaschtag

Pferdewäsche mit Rapid-Scrub

Eine ausgiebige Wäsche verschafft dem Pferd bei sehr heißen Temperaturen eine willkommene Abkühlung und hat dabei gleichzeitig noch den positiven Nebeneffekt, dass sie den verführerischen Schweißgeruch, der Fliegen anlockt, verschwinden lässt. Vorm Turnier ist eine Pferdewäsche ebenfalls Pflicht, denn man möchte ja nicht nur mit fehlerfreien Ritten glänzen, sondern auch mit einem sauberen Pferd.

DIE RICHTIGE TEMPERATUR

Damit sich das Pferd nicht verkühlt, sollte es am Tag der Dusche mindestens 20°C warm sein. Die richtige Wassertemperatur spielt auch eine wichtige Rolle: Es sollte weder zu heiß, noch zu kalt sein. Wer sich nicht sicher ist, ob das Wasser die richtige Temperatur hat, sollte einfach mal selbst fühlen: Ist es für uns Menschen angenehm, kann man davon ausgehen, dass es sich auch für das Pferd gut anfühlt.

Achtung! Ein Irrglaube ist, dass Pferden bei heißen Temperaturen eine eiskalte Dusche besonders gut tut. Dies kann jedoch fatale Folgen haben, da Kreislaufprobleme oder Muskelverspannungen auftreten können. Daher bitte nicht eiskalt abduschen!

NICHT NACH DEM FÜTTERN UND DER ARBEIT

Direkt nach der Fütterung sollte das Duschen vermieden werden, da der Kreislauf des Pferdes durch das Verdauen des Futters und die Abkühlung gleich doppelt belastet wird. Bei empfindlichen Pferden kann das sogar zu einem Kreislaufzusammenbruch führen. Daher sollte man am besten eine halbe Stunde abwarten, bevor man mit der Pferdewäsche beginnt. Auch direkt nach der Arbeit sollte das Pferd nicht geduscht werden, es sollte danach in Ruhe abkühlen.

PFERDESHAMPOO – WENIGER IST MEHR

Grundsätzlich spricht nichts dagegen, dem Pferd im Sommer so oft wie möglich eine angenehme Abkühlung zu verschaffen. Pferdeshampoo sollte jedoch immer sparsam und so selten wie nur möglich benutzt werden, weil es die natürliche Schutzschicht der Haut angreift, die das Pferd gegen Nässe und Kälte schützt. Für die Wäsche zwischendurch reicht Wasser vollkommen aus, möchte man jedoch hartnäckige Mistflecken und tief sitzenden Schmutz aus dem Fell entfernen, kann man ein spezielles Pferdeshampoo verwenden, das rückfettende Inhaltsstoffe und einen neutralen pH-Wert besitzen sollte.

DIE RICHTIGE REIHENFOLGE

Das Herz-Kreislaufsystem des Pferdes reagiert empfindlich auf kaltes Wasser, daher sollte man das Pferd langsam daran gewöhnen, um Probleme mit dem Kreislauf zu vermeiden. Am besten fängt man mit den Hufen an und arbeitet sich einige Minuten lang vorsichtig von der Hinterhand zur Vorhand und dem Hals vor.

Hufe abspritzenDer Wasserstrahl sollte nicht zu hart eingestellt sein, da der direkte Strahl dem Pferd sehr unangenehm sein kann. Dann spritzt man die Hufe ab, die man bei dieser Gelegenheit auch gleich von Schlamm und Dreck befreien kann. Außerdem tut die Feuchtigkeit dem trockenen Hufhorn im Sommer gut und hält die Hufe schön elastisch.

Vorsicht am Rücken und der empfindlichen Nierengegend: Hier benutzt man am besten einen Schwamm, da ein direktes Abspritzen mit dem Wasserschlauch dem Pferd an dieser Stelle sehr unangenehm sein und zu Verspannungen führen kann.

Danach arbeitet man sich wie beschrieben bis zum Hals vor. Der Kopf sollte mit einem Schwamm gereinigt werden – bitte nicht mit dem Wasserschlauch abspritzen! Außerdem sollte man darauf achten, dass kein Wasser in die empfindlichen Ohren gelangt, da sonst der Gleichgewichtssinn des Pferdes gestört werden kann.

Rapid Scrub Pflegeschwamm

Danach kann das Fell, wenn nötig, mit Hilfe eines Schwammes und Pferdeshampoo  eingeschäumt werden. Ich nehme immer den Rapid Scrub-Pflegeschwamm, weil ich Flair damit auch gleich eine Massage gönnen kann. Nach dem Einschäumen sollte man darauf achten, alle Shampoorückstände gründlich auszuwaschen, da das eingetrocknete Shampoo sonst zu unangenehmem Juckreiz führen kann.

LANGHAARWÄSCHE

Für die Mähnenwäsche wird der Schopf zunächst hinter die Ohren gelegt, um zu vermeiden, dass Wasser in die empfindlichen Pferdeohren gelangen kann. Anschließend schäumt man ein bisschen Pferdeshampoo zwischen den Handflächen auf und verteilt den Schaum in die Mähne ? bis hin zum Mähnenansatz. Danach gründlich mit Wasser ausspülen!

 

Manche Pferde lassen sich nur ungern den Schweif waschen. Hier kann man sich mit einem Eimer behelfen, in dem man zunächst den Schweif im Wasser einweicht und anschließend ein wenig Shampoo darin aufschäumt. Auch hier sollte wieder das ganze Shampoo ausgewaschen werden ? wer einen Eimer benutzt, muss also öfters das Wasser wechseln.

Nach dem Waschen wird das überschüssige Wasser aus dem Schweif ausgeschüttelt und der Schweif „verlesen“: Das Langhaar wird dabei in Strähnen unterteilt und so nacheinander entwirrt. Wer möchte, kann Schweifspray verwenden um das Auskämmen zu erleichtern (wichtig beim Schweif, denn so kann das Pferd die Fliegen viel effektiver abwehren!).

 

WIE BEKOMMT MAN DAS PFERD WIEDER TROCKEN?

Direkt nach der Dusche sollte man das Pferd mit einem Schweißmesser abziehen, um überschüssiges Wasser aus dem Fell zu streichen, da es wegen der entstehenden Verdunstungskälte sonst zu stark auskühlt. Ein Schweißmesser sollte jedoch nur an  gut bemuskelten Körperstellen verwendet werden. Für empfindlichere Partien eignet sich ein Schweißabzieh-Handschuh, mit dem man das Wasser „per Hand“ abziehen kann.

Pferd wälzt sich im Sand

Für unsere Pferde ist die wohl schönste Variante des „Abtrocknens“ das Wälzen im Sand: Wir Zweibeiner mögen nicht gerade in Freude ausbrechen, wenn sich unser frisch gewaschenes, sauberes Pferd unmittelbar nach der Dusche in den Sand wirft – für unsere Pferde aber ist das Wellness pur. Zu unserem Glück kommt nach dem Abschütteln des Sands aber in den allermeisten Fällen tatsächlich wieder ein wunderschönes, glänzendes Pferd zum Vorschein und wir können beruhigt sein, dass der ganze Aufwand nicht umsonst war.

Das geduschte Pferd bitte nicht in der Zugluft stehen lassen oder direkt nach dem Abduschen in die Box stellen! Wer nicht die Möglichkeit hat, das Pferd nach der Dusche im Sand wälzen zu lassen, kann ihm alternativ eine Abschwitzdecke auflegen und die Zeit des Trocknens für einen  kleinen Spaziergang nutzen.

 

 

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Geschrieben von Svenja

Da haben sich zwei Kämpferherzen gefunden: Svenja und ihre Oldenburger Stute Flair lieben den großen Sport und überzeugen auf jedem Turnier mit Teamgeist und Harmonie. Svenjas Herz gehört (neben Flair versteht sich), der Vielseitigkeitsreiterei. Nach mehr als 15 aktiven Jahren im Turniersport, weiß sie zu den meisten Schwierigkeiten der jeweiligen Disziplinen eine oder mehrere Lösungsansätze. Seit 2011 ist sie bei uns Teil des Kundenservice-Teams, ihre Erfahrungen im Reitsport teilt sie nun auch im Blog mit euch.

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