Hundeleine, Halsband und Geschirr: die richtige Ausrüstung zum Gassigehen
Gassigehen sorgt nicht nur für Bewegung und körperliche Auslastung, sondern bietet deinem Hund auch wichtige Außenreize. Wie oft und wie lange eine Gassirunde dauern sollte, hängt von Rasse, Alter, Charakter deines Hundes und den allgemeinen Lebensumständen ab. Grob kannst du mit zwei Spaziergängen zu je einer Stunde pro Tag für einen ausgewachsenen Hund rechnen.
Damit die Gassirunde für Hund und Mensch entspannt und sicher verläuft, ist die passende Ausrüstung entscheidend. Zur Grundausstattung gehören Hundeleine, Hundehalsband oder Hundegeschirr, und Kotbeutel. Je nach Wetter kann auch ein Hundemantel sinnvoll sein.

Die passende Hundeleine: Das A und O beim Gassigehen
Eine Hundeleine gehört zur Grundausstattung für jeden Spaziergang. Sie sorgt insbesondere in der Stadt, bei Hundebegegnungen oder beim Training für Sicherheit. Wir zeigen dir in drei Schritten, welche Hundeleine die richtige ist und beleuchten dabei Einsatzzweck, Material und Länge:
1. Die Art der Hundeleine
Für unterschiedliche Situation gibt es die unterschiedliche Hundeleinen:
- Standard- oder klassische Führleine: Der Klassiker für den Alltag mit Karabiner und Handschlaufe sowie Ösen, über die die Länge eingestellt werden kann. Lange Modelle eignen sich gut für Park und Wald, Kurzführer für belebte Umgebungen und das Trainieren von „Bei Fuß“.

- Retriever- oder Moxonleine: Halsband und Leine sind eins. Dadurch lässt sich der Hund besonders schnell an- und ableinen – praktisch für Training und Wettkampf.

- Schleppleine: Bietet mit bis zu 20 m Länge viel Bewegungsfreiheit und eignet sich beispielsweise für das Rückruftraining. Sie sollte mit einem Hundegeschirr kombiniert werden, um den Hals- und Nackenbereich zu schonen.

- Rollleine: Ermöglicht einen größeren Bewegungsradius, ohne dass die Leine dank des Aufrollmechanismus auf dem Boden schleift. Wegen des permanenten Zugs ist sie für das Training nur bedingt geeignet und sollte ebenfalls nur mit einem Geschirr verwendet werden.

2. Das Material der Hundeleine
Eine Hundeleine wird durch Zug, Schmutz, Feuchtigkeit und Hundezähne stark beansprucht.
Leder ist hierfür sehr gut geeignet, es ist robust, bei guter Lederpflege langlebig und liegt angenehm in der Hand. Lederleinen eignen sich aufgrund ihres Gewichtes eher für große, kräftige Hunde. Nylon ist ebenfalls sehr strapazierfähig, dafür um einiges pflegeleichter als Leder. Baumwolle und Tau bieten eine gute Griffigkeit. Für Schleppleinen sind wasser- und schmutzabweisende Materialien wie PVC-Fasern praktisch.
Achte darauf, dass das Gewicht der Hundeleine, durch Breite, Karabiner und Material bestimmt, zur Hundegröße passt. Insbesondere bei Welpen, deren Knochengerüst noch fragil ist, ist auf eine leichte Leine zu achten.
3. Die passende Länge der Hundeleine
Hundeleinen können zwischen 35 cm und 20 m lang sein. Kurze Hundeleinen bieten mehr Kontrolle und eignen sich besonders fürs Training und belebte Umgebungen. Längere Leinen geben dem Hund beim Gassigehen mehr Bewegungsfreiheit. Für den Alltag jedoch sind Leinen mit zwei bis drei Meter eine gute Orientierung.
Bei längeren Leinen empfiehlt sich ein Hundegeschirr, damit Hals und Kehlkopf durch das Gewicht der Leine nicht unnötig belastet werden. Hierbei spielt auch die Breite der Leine eine Rolle:
- Hunde bis 15 kg: 1,5 cm breite Leine
- Hunde ab 25 kg: 2 cm breite Leine
- kleine, nicht ziehende Hunde: < 1,5 cm breite Leine

Das Hundehalsband: Der Klassiker auf der Gassirunde
Das Hundehalsband ist nicht nur ein hübsches Accessoire, sondern dient der Befestigung von Hundeleine und Hundemarke und sowie der Unterstützung bei Training und Erziehung. der Kommunikation zwischen Hund und Mensch.
Bei einem Hund mit kurzer Nase und schwerer Atmung raten wir von einem Halsband eher ab, da bei Zug die Luftröhre abgedrückt und die Atmung nur zusätzlich erschwert werden kann. Bei Mops & Co. empfehlen wir auf ein Hundegeschirr zuzugreifen.

Die richtige Passform
Miss den Hals deines Hundes auf mittlerer Höhe aus. Das Halsband sollte nicht zu eng liegen, sondern zwischen Halsband und Hals etwa ein bis zwei Finger Raum lassen. Mit einem verstellbaren Modell kannst du es optimal an den Hund und seine Veränderung durch Fellwechsel, Trimmen oder Schur anpassen.
Wähle lieber ein Halsband, das breiter als zu schmal ist, damit sich der Druck beim Zug besser verteilen kann. Der Ring zum Einhängen der Leine sollte möglichst nah am Verschluss sitzen, damit dieser nicht auf den Kehlkopf drückt.
Das passende Material
Wie auch bei den Hundeleinen sind Hundehalsbänder aus Leder ein Klassiker: robust, fellschonend und langlebig, eine gute Lederpflege vorausgesetzt.
Weiterlesen
Näheres zu einer gründlichen und schonenden Lederpflege liest du im Ratgeber „Sattel- & Lederpflege“.
Nylonhalsbänder überzeugen durch ihre hohe Reißfestigkeit und Pflegeleichtigkeit.
Hundehalsbänder für Welpen und große Hunde
Für Welpen eignen sich besonders weiche, leichte und stufenlos verstellbare Halsbänder, die mitwachsen können. Zughalsbänder sind für Welpen ungeeignet.
Bei großen und kräftigen Hunden sollte das Halsband entsprechend breit und widerstandsfähig sein, damit sich der Druck verteilt und es hohen Zugkräften standhält.

Leuchtende Halsbänder für mehr Sicherheit im Dunkeln
In der dunklen Jahreszeit sorgen reflektierende und leuchtende Hundehalsbänder für bessere Sichtbarkeit. Reflektierende Modelle werfen einfallendes Licht zurück, während Leuchthalsbänder selbst Licht abgeben. Wiederaufladbare Modelle mit USB-Anschluss sind besonders praktisch.
Das richtige Hundegeschirr finden: Komfort und Sicherheit
Im Gegensatz zu einem Halsband verteilt ein Hundegeschirr den Zug großflächiger und entlastet den empfindlichen Hals- und Kehlkopfbereich besser. Bei ängstlichen bis panischen Hunden bietet ein Geschirr mehr Sicherheit und auch beim Einsatz langer Leinen oder beim Hundesport kann ein Geschirr sinnvoll sein.
Führgeschirr- und Sicherheitsgeschirr
Das klassische Führgeschirr ist vielfältig einsetzbar und häufig mehrfach verstellbar, womit es sich für eine Vielzahl an verschiedenen Hundetypen sowie Junghunde im Wachstum eignet. Es gibt H-, Y- und X-Geschirr, die auf unterschiedliche Weise den Druck verteilen und viel Bewegungsfreiheit bieten.
Für sehr ängstliche Hunde bietet ein Sicherheitsgeschirr vermehrten Schutz, da es über einen zusätzlichen Taillengurt verfügt, aus dem der Hund nur erschwert herausschlüpfen kann.


Norweger- und Sattelgeschirr
Ein Norwegergeschirr besteht aus einem vertikalen Brust- und einem Rumpfgurt und häufig über einen praktischen Haltegriff. Es lässt sich leicht anlegen, bietet aber weniger Einstellmöglichkeiten, weshalb eine individuelle Anpassung erschwert ist.
Das Sattelgeschirr ähnelt dem Norwegergeschirr, besitzt jedoch breitere Stoffflächen. Diese können zusätzlichen Stauraum für Trinkflaschen oder Outdoorkameras bieten, im Sommer aber auch zu stärkerer Wärmeentwicklung führen.
Zuggeschirr für Hunde
Für Hundezugsportarten wie Canicross ist ein spezielles Zuggeschirr erforderlich. Es bietet viel Bewegungsfreiheit und verteilt den entstehenden Zug möglichst gleichmäßig, denn im Gegensatz zum Alltag soll der Hund in diesem Fall an der Leine ziehen.

So sitzt das Hundegeschirr richtig
Ein Hundegeschirr muss bequem sitzen und darf die natürliche Bewegung des Hundes nicht einschränken. Für die richtige Größe sind vor allem der Hals- und Brustumfang entscheidend.

So nimmst du richtig Maß:
Halsumfang (1): Setze das Maßband am letzten Halswirbel vor dem Widerrist an, am höchsten Punkt der Schulter
Brustumfang (3): Setze das Maßband 3 bis 5 Fingerbreit hinter den Vorderbeinen an und ziehe es locker einmal um den Rumpf
Brustlänge (2): Die Länge des Brustgurts ergibt sich aus den korrekten Positionen von Hals- und Rumpfgurt und sollte so lang sein, dass er deren Sitz nicht behindert.
Der Bauchgurt darf weder in die Vorderläufe noch in die Weichteile drücken, weshalb er noch vor dem letzten Rippenbogen abschließen sollte. Das Rückenteil sollte mittig aufliegen und nicht verrutschen. Als Orientierung sollte sich bei einem gut sitzenden Geschirr maximal eine flache Hand zwischen Hund und Geschirr schieben lassen.


Da Größen und Schnitte je nach Hersteller unterschiedlich ausfallen, sollte das Hundegeschirr vor dem Einsatz sorgfältig angepasst werden.