Welches Hundespielzeug ist das beste für meinen Hund?
Kein Hundespielzeug der Welt ersetzt das Spiel mit Artgenossen. Dennoch kann Hundespielzeug eine große Bereicherung im Leben eines Hundes darstellen und für körperliche und geistige Auslastung sorgen.
Doch nicht jedes Spielzeug ist auch für jeden Hund geeignet, denn das Hundespielzeug sollte zu Alter, Größe, Charakter und Aktivitätslevel des Hundes passen.

Warum soll ich meinen Hund im Alltag beschäftigen?
Hunde haben von Natur aus einen Spieltrieb, dessen Ursprung sich vor allem im natürlichen Jagdtrieb vor der Domestizierung findet. Weiterhin wurden alle Hunderassen für ein bestimmtes (Arbeits-)Ziel gezüchtet und dieses Zuchtziel macht sich auch bemerkbar, selbst wenn der Hund seiner ursprünglichen Aufgabe nicht mehr nachgehen muss. Daher ist die körperliche und mentale Auslastung ein Garant für einen zufriedenen und ausgeglichenen Hund.
Um eine Unterforderung des Hundes und damit einhergehendes Fehlverhalten zu vermeiden, gehört eine spielerische Beschäftigung im Alltag zu einer hundegerechten Haltung. Das Spiel mit Artgenossen und dem Menschen hat dabei einige Vorteile:
- der Hund verbessert seine körperlichen Fähigkeiten und Koordination
- er kann Aggressionen und aufgestaute Energie abbauen
- er testet seine Grenzen aus
- durch das gemeinsame Spiel wird die Bindung zu den Artgenossen und dem Menschen gestärkt.
- Deine Möbel, Schuhe, Socken etc. bleiben heile
Womit kann ich meinen Hund auslasten?
Kurz um: Ein unterforderter Hund ist ein gestresster Hund. Er braucht ein Auslassventil, das du ihm mit körperlichen und geistigen Anreizen bieten kannst. Und je abwechslungsreicher du die Beschäftigung gestaltest, desto besser:
- Neue Tricks beibringen.
- Schwimmengehen
- Beim Gassigehen Trainings- oder Spieleinheiten einbauen
- Apportieren beibringen
- Schnüffel- und Suchspiele out- und indoor
- An Regentagen: Versteckspielen
- Für Energiebündel: Agility und Hindernislaufen
Agility ist ein Hundesport, bei dem der Hund unter Anleitung seines Menschen einen Hindernisparcours durchlaufen muss. In sportlichem Tempo geht es über Hürden, Wippen, Stege, A-Wand und durch Tunnel und Slalom. Der Sport schweißt das Mensch-Hund-Paar zusammen und fördert zudem die körperliche und geistige Fitness des Hundes.

Merke!
Junghunde sollten nicht vor Vollendung des 12. bzw. 15. Lebensmonats mit dem Springen von Hürden beginnen. Das genaue Alter ist von Gewicht und Größe des Hundes abhängig. Desto größer und schwerer die Hunderasse, desto länger muss der Hund im Endeffekt geschont und desto mehr Augenmerk auf die Gelenke des Hundes gelegt werden. Auch Hunderassen mit kurzen Nasen und Atemproblemen sollten von Agility eher Abstand nehmen.
Kopfarbeit für Hunde: Wie kann ich meinen Hund geistig auslasten?
Neben körperlicher Bewegung ist die geistige Auslastung wichtig für einen zufriedenen und ausgeglichenen Hund. Tricktraining, Apportieren, Clickertraining, Dogdancing oder Distanzarbeit fordern Konzentration und fördern die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Hund.

Für die Beschäftigung zu Hause eignen sich Intelligenzspielzeuge, Futterspielzeuge und Schnüffelspiele. In einem Schnüffelteppich versteckte Leckerlis beispielsweise regen den Geruchssinn an und beschäftigen deinen Hund. Aber Vorsicht bei Hitze: Bei einem Schnüffelspiel schnüffelt der Hund bis zu 300 x in der Minute. Bei Hitze kann die Schleimhaut trocken werden und der (untrainierte) Hund kollabieren. Hunde hecheln, um ihre Körpertemperatur zu regeln, was bei der Schnüffelarbeit nicht möglich ist.
Bei Kopfarbeit gilt: weniger ist mehr. Die Denkarbeit ist einen Hund sehr anstrengend und fordernd und sollte insbesondere bei Anfängern nicht mehr als 20 Minuten an drei Tagen der Woche durchgeführt werden.
Für jeden Hund das richtige Hundespielzeug
Größe und Alter des Hundes beachten
Das Hundespielzeug muss zur Größe des Hundes passen. Zu kleines Spielzeug kann der Hund verschlucken, an zu großem Spielzeug verlieren Hunde den Spaß und können sich daran sogar den Kiefer verletzen.
Welpenspielzeug sollte robust, aber nicht zu hart sein, damit sich die Kleinen nicht daran verletzen. Auch ältere Hunde profitieren von nachgiebigem Spielzeug, besonders wenn Zähne und Zahnfleisch empfindlicher werden.
Der Klassiker: der Hundespielball
Der Hundespielball eignet sich sehr gut zum Apportieren, woran viele Hunde ihre Freude haben. Für Hundespielbälle eignen sich Bälle aus Naturgummi, die beim Zubeißen etwas nachgeben und in unterschiedlichen Varianten erhältlich sind – beispielsweise mit Tau, Wurfarm oder Noppen. Tennisbälle sind grundsätzlich ungeeignet: größere Hunde können diese einfach verschlucken, und weiterhin kann der Filz den Zahnschmelz auf Dauer schädigen.


Das beliebte Quietschspielzeug für Hunde
Das laute Quietschgeräusch imitiert das Schreien eines Beutetieres, was den Hund dazu animiert zuzubeißen. Deswegen sind Quietschspielzeuge bei vielen Hunden auch sehr beliebt. Es handelt sich dabei um ein Spielzeug aus Stoff, Gummi oder Latex mit eingenähtem Quietschie, das beim zudrücken Geräusche von sich gibt. Da Quietschies oder andere Kleinteile herausgebissen und verschluckt werden können, sollte dein Hund damit nicht unbeaufsichtigt spielen.
Quietschspielzeug – ungeeignet für leicht erregbare Hunde
Nicht für alle Hunde ist das laute Spiel geeignet, da sie durch das Quietschen in einen Erregungszustand gepuscht werden, bis sie nicht mehr ansprechbar sind. Ihre Beißhemmung kan ndurch das Quietschen herabgesetzt werden, was insbesondere in Gegenwart von freudig quietschenden Kindern gefährlich werden kann.
Zerrspielzeug: Impulskontrolle trainieren
Das Zerrspiel als eine Form des Beutespiels, sorgt für körperliche und geistige Auslastung und kann dabei die Impulskontrolle des Hundes trainieren. Voraussetzung ist eine gute Erziehungsbasis, wobei insbesondere das Kommando „Aus“ sicher sitzen sollte.
Auch bei Junghunden sollte man von Zerrspielzeugen absehen, da diese weder in ihrer körperlichen Entwicklung noch in der Beziehung und Erziehung ausreichend gefestigt sind.
Als Zerrspielzeug eignen sich beispielsweise robuste Taue aus Baumwolle sowie Modelle aus Nylon oder Leder.


Kuscheltiere für Hunde
Viele Hunde lieben ein eigenes Kuscheltier als Spielgefährten oder Seelentröster. Achte jedoch darauf, dass das Plüschtier speziell für Hunde geeignet und hochwertig verarbeitet ist: Es sollte aus robusten Materialien bestehen und Details wie Augen und Nase sollten möglichst genäht oder gestickt sein.
Da Plüschtiere dennoch zerbissen und Kleinteile oder Füllmaterial verschluckt werden können, sollte dein Hund damit nicht unbeaufsichtigt bleiben.
Kauspielzeuge für Hunde
Kauen wirkt auf Hunde beruhigend, unterstützt die Zahngesundheit und Kaumuskulatur und wirkt bei Junghunden im Zahnwechsel schmerzlindernd.
Neben fressbaren Kauartikeln bieten sich für Hunde schadstofffreie Kauspielzeuge aus Naturgummi oder Hartgummi oder ein Tau-Spielzeug an. Damit der Hund das Spielzeug nicht verschluckt, sollte es mindestens 10 % größer als das geöffnete Maul sein.

Welches Material eignet sich für Hundespielzeug?
Hundespielzeug wird gekaut, getragen und gezerrt – entsprechend robust und gesundheitlich unbedenklich sollte das Material sein.
Naturkautschuk eignet sich als langlebiges Material vor allem für Kauspielzeuge oder Hundespielbälle. Reine Baumwolle kommt sowohl in Kuscheltieren als auch Ziehspielzeugen gerne zum Einsatz. Natürlich gegerbtes Leder ist robust und eignet sich zum Zerren und Kauen.
| Hundespielzeug | Material | Geeignet für | Nachteil |
|---|---|---|---|
| Hundespielball | Naturgummi | Apportieren; je nach Machart auch zur Zahnreinigung | Bei falsch gewählter Größe kann der Hund den Ball verschlucken |
Quietschspielzeug | Außenmaterial je nach Variante aus Stoff, Gummi oder Latex; Quietschie aus Kunststoff | Hunde, die nur schwer zum Spiel zu motivieren sind; Apportieren | Gefahr des Zerbeißens und Verschluckens des Quietschies; Quietschen kann hibbelige Hund in Erregungszustand pushen |
Zerrspielzeug | Baumwolltau, Nylon, Leder | Trainieren der Impulskontrolle; für sowohl körperliche als auch geistige Auslastung | Wenn die Erziehungsbasis unstimmig ist, kann sich das Spiel in einen echten Konkurrenzkampf verwandeln |
Kuscheltier | Baumwollstoff mit oder ohne (zahnfreundlicher) Füllwatte | Apportieren, Kuscheln, Seelentröster | Schnell zerkaut, fliegt die Füllwatte umher. Eventuelle Kleinteile können verschluckt werden |
Kauspielzeug | Naturgummi, Hartgummi, auch Taue oder Seile aus Baumwolle Alternativ: Kauartikel zum Fressen | Zur Beruhigung des Hundes; stillen des Kaubedürfnisses; Zahnreinigung; Schmerzlinderung im Zahnwechsel | Fällt es zu hart aus, kann es dem Hund schaden |
Schnüffelspiele | Stoffe, wie zum Beispiel Filz | Geistige Auslastung, Stärkung des Geruchssinns, wenn der Hund allein ist | Bei Hitze kann der Hund kollabieren, weil er beim Schnüffeln nicht hecheln kann. |