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Sattelgurte

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Ratgeber Sattelgurte

Ein guter Sattelgurt hält nicht nur den Sattel am richtigen Platz, sondern soll dem Pferd beim Reiten auch größtmöglichen Komfort und Bewegungsfreiheit bieten. Mittlerweile gibt es Sattelgurte aus unterschiedlichen Materialien und in verschiedenen Formen, die auf die Anatomie verschiedener Pferdetypen abgestimmt sind - und zu guter Letzt muss natürlich auch die Länge stimmen. Worauf ihr bei der Auswahl des richtigen Sattelgurts achten müsst, erfahrt ihr in diesem Artikel.


Die richtige Länge eines Sattelgurts

Je nachdem wie lang die Gurtstrupfen des Sattel sind, wird ein Lang- oder ein Kurzgurt verwendet. So kommen bei Dressursätteln mit langen Gurtstrupfen in der Regel Kurzgurte (40-90 cm) zum Einsatz, während Spring- und Vielseitigkeitssättel oft mit Langgurten (90-150 cm) eingesetzt werden.
Besonders bei Kurzgurten ist die Auswahl der richtigen Länge äußerst wichtig. Die Schnallen müssen auf beiden Seiten unbedingt oberhalb des Ellenbogens auf gleicher Höhe zu liegen kommen, damit sie das Pferd nicht in der Bewegungsfreiheit einschränken oder gar schmerzhafte Druck- und Scheuerstellen verursachen. Empfohlen wird, dass der Abstand zwischen der Unterkante des Sattelblatts und Schnallenende höchstens 15 cm beträgt. Bei Westernsätteln sollte der Abstand ebenfalls 15 cm (gemessen von Schnallende bis Skirt-Kante) betragen.


Unterschiedliche Formen von Sattelgurten

Anatomische Gurte

  • für Pferde mit optimaler Gurtlage
  • besitzen eine größere Ellenbogenfreiheit als gerade Gurte
  • sorgen dafür, dass das Pferd im Bereich des Ellenbogens nicht in der Bewegung eingeschränkt wird

Asymmetrische Gurte

  • gut geeignet für Pferde mit weniger gut ausgeprägter Gurtlage, bei denen der Gurt eher nach vorn rutscht
  • sorgen durch den großzügigen Ausschnitt für eine gute Bewegungsfreiheit
  • helfen dabei, den Druck im Bereich des Brustbeins besser zu verteilen

Mondgurte

  • besonders gut geeignet für vorne sehr eng stehende, kurzrückige Pferde mit stark gewölbtem Rippenbogen, bei denen der Sattel nach vorn rutscht
  • erweitern sich durch ihren speziellen Schnitt nach hinten im seitlich-unteren Rippenbereich und sorgen so für ausreichend "Bauchfreiheit" bei Pferden mit starkem Leib direkt hinter den Ellenbogen

Neben diesen Gurtformen, die in Englisch- als auch in Westernversion erhältlich sind, gibt es noch einige Sonderformen. Dazu gehören z.B. Stollengurte, die Springpferde vor schmerzhaften Verletzungen im Bauchbereich schützen sollen, die entstehen, wenn die Stollen in den Hufeisen beim Sprung in Berührung mit dem Pferdebauch kommen, oder V-Gurte für Pferde mit schwierigerer Sattellage.


Aus welchem Material bestehen Sattelgurte?

Sattelgurte bestehen in der Regel aus Nylon oder Leder und sind häufig gepolstert, damit Scheuerstellen durch die bei der Bewegung entstehende Reibung verhindert werden. Bei der Auswahl des Materials sollte man bedenken, dass Ledergurte etwas aufwändiger in der Pflege sind als Gurte aus synthetischen Materialien. Diese überstehen sogar eine Wäsche in der Waschmaschine ohne Probleme. Praxistipp: Am besten einen Gurtwaschbeutel verwenden.


Elastisch oder nicht?

Gurte mit Elastikeinsätzen haben den Vorteil, dass sie bis zu einem gewissen Grad nachgeben. Doch Vorsicht: Durch das elastische Material besteht die Möglichkeit, dass der Gurt zu fest angezogen wird. Im schlimmsten Fall kann dies dazu führen, dass das Pferd einen Gurtzwang entwickelt und sich gegen das Satteln und/oder Anziehen des Sattelgurts wehrt.


Gegen Scheuerstellen: Gepolsterte Sattelgurte

Für Pferde mit empfindlicher Haut, die zu Scheuerstellen neigen, empfiehlt sich ein entsprechend gepolsterter Gurt. Die Polsterung kann dabei z.B. aus Chloropren-Kautschuk, synthetischem Fell oder echtem Lammfell bestehen. Letzteres hat neben der Verhinderung von Scheuerstellen auch noch den Vorteil, dass es Schweiß sehr gut aufnehmen kann und somit zum Temperaturausgleich beiträgt. So wird auch unterhalb des Sattelgurts für ein angenehmes Klima gesorgt.