Pferdedecken

Ratgeber Pferdedecken

Pferdedecken – welche brauche ich für mein Pferd?


Sobald es um den Kauf einer Pferdedecke geht, kommen viele Fragen auf – Worauf muss ich beim Eindecken achten? Mit welcher Pferdedecke soll ich mein Pferd eindecken, wenn es im Offenstall steht?

Welche Art Pferdedecke ist für welchen Einsatzzweck geeignet?

Um Ihnen die Antwort auf Ihre Fragen bezüglich der richtigen Auswahl einer geeigneten Pferdedecke zu erleichtern, haben wir die wichtigsten Punkte für den Kauf der richtigen Decke zusammengefasst. Ob Stalldecke, Regendecke, Thermodecke, Transportdecke oder Abschwitzdecke, wir erklären, worauf es ankommt und erläutern den richtigen Einsatz der jeweiligen Modelle.

 

Wie wird die richtige Größe einer Pferdedecke ermittelt?

Wie im Konfektionsbekleidungsbereich auch, variieren die Größen und Schnitte der Pferdedecken von Marke zu Marke etwas. Entscheidend ist hier nicht allein die gemessene Rückenlänge, sondern auch der Gesamtschnitt im Brust-, Hals- und Schulterbereich. Um die korrekte Größe einer Pferdedecke zu ermitteln, misst man die Rückenlänge des Pferdes, vom höchsten Punkt des Widerrists bis zum Beginn der Schweifrübe.

 

Messen der Rückenlänge des Pferdes:

Das Maßband sollte vor dem Widerrist angelegt werden und dann der Rückenverlauf des Pferdes bis zur Schweifrübe bzw. dem Schweifansatz vermessen werden. Bitte beachten, dass das Maßband entlang der Wirbelsäule am Rücken aufliegt.

 

Messen des Halsausschnittes

Das Messen des Halsausschnittes ist sehr wichtig, da der Umfang des Halsausschnittes einer Pferdedecke von Marke zu Marke sowie innerhalb der verschiedenen Deckenmodelle variiert. Besonders starke Unterschiede treten auf, sobald es sich um High Neck Pferdedecken mit hoch schließendem Halsteil handelt. Bitte kontrolliert die Passform sowohl am stehenden Pferd als auch in Bewegung. Der Halsausschnitt sollte deutlich vor dem Widerrist und der Schulter liegen. Ist der Ausschnitt zu eng, kann das Pferd den Kopf nicht mehr problemlos senken – rutscht die Decke nach hinten, ist er zu weit.

 

Messen des Brustbereichs:

Da sich unsere Pferde im Körperbau teils stark unterscheiden, ist eine Pferdedecke mit individuell anpassbarem Brustbereich mitunter unerlässlich. Insbesondere bei Outdoordecken sollte mittels einer gut regulierbaren Brustverschnallung die optimale Passform gesichert werden. Am besten lässt sich die richtige Weite überprüfen, wenn ihr eine Hand an die Unterseite des Pferdehalses legt und fühlt, dass trotz vermeintlich enger Verschnallung, keine große Spannung auf das Pferd einwirkt. Die Decke sitzt sicher. Die Feinjustierung erfolgt oftmals über Schnallen.

 

Messen des Schulterbereichs:

Aufgrund des hohen Bewegungsaufkommens der Pferde auf der Koppel oder Offenstall, muss die Pferdedecke unbedingt einen ausreichenden Aktionsradius zur Verfügung stellen, der auch einen übermütigen Bocksprung mitmacht. Scheuerstellen werden nur vermieden, wenn die Pferdeschulter ausreichend Platz hat – hier sind schräge oder steile Schultern gesondert zu behandeln, ebenso wie ein hoher oder niedriger Widerrist. Ist das Pferdedecken-Modell mit einer Gehfalte im Schulterbereich ausgestattet, sollte darauf geacht werden, dass diese im Stand geschlossen ist und sich erst in der Bewegung öffnet.

 

Rassespezifische Unterschiede und Besonderheiten


Geschorene Pferde müssen in jedem Fall eingedeckt werden, um den fehlenden Kälteschutz zu kompensieren. In der Übergangszeit reicht hierfür eine ungefütterte Decke. Sobald die Außentemperatur zwischen 6-10°C liegt, sollte auf eine mit 200-250 g gefütterte Winterdecke zurückgegriffen werden. Fallen die Temperaturen unter 5°C, sollte ein geschorenes Pferd mit einer 300-400 g wattierten Decke eingedeckt werden.

Es gibt einige Robustrassen, die von Natur aus ein so dickes Winterfell besitzen, dass sie nicht eingedeckt werden müssen. Zu den Robust- bzw. Nordpferden zählen die meisten Ponyrassen, sofern keine Vollblüter miteingezüchtet wurden. Südpferde besitzen ein deutlich dünneres und kürzeres Winterfell, das zwar Kälte gut abhält, aber Nässe schneller durchlässt.