10 Grundregeln der Pferdefütterung

Die Wahl des richtigen Pferdefutters gestaltet sich für jedes Tier individuell. Wer sein Pferd aufmerksam beobachtet, lernt schnell was und wie gefüttert werden muss, damit das Pferd gesund, fit und schlank bleibt.

Vorne weg ist zu sagen, dass es nicht die eine richtige Art der Pferdefütterung gibt. Nicht jedes Pferd ist gleich und nahezu jedes Pferd hat seine eigene und teilweise ziemlich konkrete Vorstellung davon, was ihm schmeckt und wo es fütterungstechnisch Bedarf hat.

Da einige Pferde ihren Energiebedarf mit dem alleinigen Fressen von Raufutter nicht mehr abdecken können, wird Kraftfutter zugefüttert. Insbesondere für arbeitende Pferde ist diese Zufütterung von großer Bedeutung. Ergänzungsfuttermittel gibt es in unterschiedlichen Zusammensetzungen, da diese auf den individuellen Bedarf in Abhängigkeit der jeweiligen Belastungen und Umstände abgestimmt sind. Ergänzungsfuttermittel sollten bei Krankheiten, zur Rekonvaleszenz oder zum Ausgleich von Mangelerscheinungen gefüttert werden. Auch bei alten Pferden, Fohlen, laktierenden oder tragenden Stuten und Sportpferden, macht die Zufütterung von Ergänzungsfuttermittel häufig Sinn.

Angegebene Fütterungsempfehlungen können den Einzelfall nicht ermessen und abdecken. Unterschiedliche Stoffwechselaktivitäten und Grundumsätze, Krankheit oder Alter können von den Futtermittel-Herstellern nur schwer erfasst werden – auch hier ist aufmerksames Beobachten des Tieres gefragt. Wir empfehlen nach Futterstand zu füttern und nicht nach Pferdekilogramm; Mengenangaben sollten lediglich als Anhaltspunkt dienen.

1. Regelmäßig kleine Portionen füttern

FutterwaageDa Pferde in der freien Natur oftmals viele Kilometer zurücklegen und über den Tag verteilt fressen, ist ihr Verdauungssystem nicht für wenige große Futtermengen ausgelegt. Die Gesamtfuttermenge sollte in mehrere kleine Portionen aufgeteilt und über den Tag hinweg gefüttert werden.

Ein Pferd benötigt 1,5 – 2,0kg Futter/100kg Körpergewicht/Tag allein um das Sättigungsgefühl zu erreichen!

Dieser Grundbedarf ist unabhängig von der zu erbringenden Leistung des Pferdes. Die Nährstoffzusammensetzung sollte prinzipiell auf die erbrachte Arbeit des Pferdes abgestimmt sein.

Unser Tipp: Zur exakten Bestimmung der Futtermenge empfehlen wir eine Futterwaage mit Skala in 250g.

 

2. Feste Fütterungszeiten

ColosanGrundsätzlich sollte das Pferd nicht direkt vor oder nach dem Reiten gefüttert werden. Idealerweise sollte stets im gleichen Zeitraum gefüttert werden, da sich das Kolikrisiko bei einer gleichbleibenden und regelmäßig erfolgenden Belastung durch Futtervergabe minimiert. Obwohl sich der Stoffwechsel des Pferdes dem Fütterungsrhythmus anpasst, können speziell für Verdauung & Stoffwechsel konzipierte Ergänzungsfuttermittel das Pferd entlasten und unterstützen.

Unser Tipp: Ersten Anzeichen von Verdauungsbeschwerden und bei leichten Koliken kann mit Colosan gut entgegengewirkt werden.

 

3. Ausreichend Rohfaser füttern

WiesenheuDa Pferde einen relativ kleinen Magen und lange Därme besitzen, ist der ungehindert funktionierende Nahrungstransport essentiell. Dies kann über die Verfütterung ausreichender Mengen an Rohfaser gefördert werden. Es ist unabdingbar, dem Pferd ausreichende Mengen Heu, Stroh, Heulage, etc. zugänglich zu machen.
Faustregel: mind. 0,5kg Rohfaser/100kg Körpergewicht Pferd/Tag.

Unser Tipp: Selbstbedienung am Heu ist in deinem Pensionsstall nicht gestattet? Das Landmühle Wiesenheu ist eine super Alternative: Rohfaserreich, eiweißarm und mehrfach entstaubt.

 

4. Vorsicht mit Eiweiss

Rehe VitalJunges Weidegras, Luzerne, Leinsamen- und Sojaschrot zählen zu den eiweissreichen Futtermitteln und sollten ernährungsphysiologisch ausgeglichen werden. Zum Einsatz kommt rohfaserreiches, proteinarmes Raufutter (bspw. Stroh). Wichtig ist weiterhin ein langsame Anweiden der Pferde zur Gewöhnung an das eiweissreiche Gras der beginnenden Weidesaison. Hufrehe-Risiko!

Unser Tipp: Absolut empfehlenswert bei akuter und/oder chronischer Hufrehe ist das Atcom Rehe Vital Mineralfutter. Ich füttere Rehe-Vital seit einigen Jahren und mein Pferd galoppiert dank Rehe-Vital trotz Diagnose ‚chronische Hufrehe‘ putzmunter über die Weide.

 

5. Heu vor Kraftfutter füttern

Heunetz engmaschig schwarzErfolgt die Vergabe von Heu etwa eine halbe Stunde vor der eigentlichen Kraftfutterfütterung, kann dem gierigen Herunterschlingen des Kraftfutters in vielen Fällen entgegengewirkt werden.

Unser Tipp: Engmaschige Heunetze werden dem Ur-Bedürfnis unserer Pferde, nämlich kontinuierlich Nahrung in kleinen Mengen aufnehmen zu können, gerecht.

 

6. Langsame Futterumstellung

Eine Umstellung in der Pferdefütterung sollte immer langsam erfolgen (10-14 Tage), damit sich das Verdauungssystem des Pferdes der veränderten Fütterung anpassen kann. Eine Futterumstellung bezieht sich nicht allein auf Kraftfutter, sondern schließt auch andersartig zusammengesetztes Heu und Ergänzungsfutter mit ein.

Unser Tipp: Anweide-Kräuter haben sich als super Helfer in der wichtigen Anweide-Phase und zur Unterstützung bei der Futterumstellung vom rohfasserreichen Heu auf das fette und eiweissreiche Gras, bewiesen.

 

7. Sauberkeit und Ruhe

Müsli-Schale blauPferde sollten in Ruhe fressen dürfen, damit sie sorgfältig kauen und kein unnötiges Kolikrisiko entsteht. Weiterhin sollten Tröge und Futtereimer sauber gehalten werden um Verunreinigungen und Verschmutzung sowie das damit einhergehende bakterielle Infektionsrisiko zu minimieren. Neben einem jederzeitigen Frischwasser-Zugang muss auch die Funktion und Sauberkeit der Tränken gewährleistet werden.

 

Unser Tipp: Die ganz persönliche, einfach zu reinigende Futterschale für das leckere Müsli nach getaner Arbeit.

 

8. Kein Masttier-Futter für Pferde

Pferde sollten niemals mit Rinder-, Schaf-, oder Schweinefutter versorgt werden. Diese auf Mast ausgelegten Futtermittel sind oftmals mit wachstumsfördernden Substanzen angereichert, die auf den Pferdeorganismus toxisch wirken.

Unser Tipp: Du willst deinem Pferd etwas Gutes tun? Minerallecksteine wie der Kristallsalz Leckstein von Landmühle versorgen dein Pferd mit lebensnotwendigen Mineralien und Spurenelementen, die es täglich benötigt.

 

9. Futter richtig lagern

Futtertonne schwarzDas Futter sollte kühl und trocken sowie zuverlässig vor Ungeziefer und Nagetieren geschützt, gelagert werden. Da Beton Nässe transportiert, darf das Pferdefutter nicht auf betoniertem Boden gelagert werden, da sonst Schimmel und Pilzbefall drohen.

Unser Tipp: Eine licht- und witterungsgeschützte Lagerung des Pferdefutters könnt ihr mit Hilfe einer gut schließenden, stabilen Futtertonne gewährleisten. Das Pferdefutter bleibt trocken und wird zuverlässig vor Ungeziefer und Nagern geschützt.

 

10. Erkrankungen vorbeugen

Stallapotheke EffolBeobachte dein Pferd regelmäßig beim Fressen um Auffälligkeiten bei der Futteraufnahme zu erkennen und entsprechend reagieren zu können. Auch das Entwurmen sowie die 1-2 mal jährlich durchgeführte Zahnkontrolle sind Grundvorraussetzung für eine gesunderhaltende Pferdefütterung.

Unser Tipp: Die bewährte und dank der handlichen Größe, jederzeit griffbereite Erste-Hilfe-Tasche von Effol für Pferd und Reiter. Eignet sich auch zur Mitnahme auf Ausritten und Wanderritten.

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Geschrieben von Jule

Pferde sind schon immer ein fester Bestandteil in Jules Leben - seit ihrem 11. Lebensjahr (also gut 17 Jahre) reitet sie nun regelmäßig. Von der klassischen Dressur über Western hat sie ihren Weg zur Working Equitation gefunden und bildet ihren 6-jährigen Westfalen-Wallach Bruno selbst aus. Seit 2015 ist sie bei Krämer für die Pflege des Online-Shops verantwortlich. Außerdem teilt sie in unserem Blog regelmäßig interessante und hilfreiche Tipps rund um den Pferdesport mit euch!

3 Gedanken zu „10 Grundregeln der Pferdefütterung

  1. Liebe Jule,

    die 10 Grundregeln zur Pferdefütterung finde ich sehr gut (auch optisch) aufbereitet, vielen Dank! Das hilft sicherlich vielen Pferdehaltern einen Einblick in das Thema zu bekommen.

    Eine Ergänzung, die meiner Meinung nach wichtig ist, ist die Auswahl bzw. Begehung der Weide. Denn ein zu einseitiges Futterangebot oder gar Giftpflanzen auf der Weide sollten ausgeschlossen werden. Möglicherweise ist dieser Beitrag http://www.hippocane.de/pferdefuetterung-tipps-fuer-einsteiger/ noch eine sinnvolle Ergänzung

    Ansonsten ist es natürlich schwer einen Überblick über so ein großes Thema in einem Beitrag zu bieten, für den Anfang finde ich es jedoch sehr gelunden!

    Noch eine schöne Woche und liebe Grüße
    Max

  2. Finde die Grundregeln ebenfalls gut.
    Leider wird darin aber nicht ,,vermerkt“, ob die unterschiedlichen Futterarten Wasser dabei benötigen was viele, wie ich, leider nicht wissen. Habe gehofft, diesbezüglich etwas vermerkt zu finden, könnte dies aber nicht.
    Ansonsten sehr informativ!

  3. Schön alles so kompakt beisammen zu haben. Allerdings wird Rehe nicht! durch Eiweiß sondern durch Kohlenhydrate wie z.B. Fructane ausgelöst. Trotz dieser nicht mehr ganz neuen Erkenntnisse hält sich die Mär vom Eiweiß hartnäckig. An Rehegefährdete Tiere dürfenf kein Zucker,Brot, Müsli, Bananen, Äpfel etc. verfüttert werden. Gras enthält im Frühling und Herbst aufgrund der Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht hohe Fructangehalte, deshalb auch hier aufpassen.

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