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Die Hilfengebung beim Reiten

Wie wirke ich als Reiter auf mein Pferd ein? Jule beantwortet euch diese Frage im Blogartikel und gibt euch wissenswerte Infos ber die Hilfengebung des Reiters.

Beim Reiten kommunizieren wir ber die so genannte „Hilfengebung“ mit unserem Pferd: Durch das Zusammenspiel von Gewichts-, Schenkel- und Zgelhilfen knnen wir uns mit ihm verstndigen. Eine korrekte Hilfengebung ist neben dem richtigen Sitz die Voraussetzung fr gutes Reiten. Unser Ziel sollte es sein, so einwirken zu knnen, dass unsere Hilfengebung nahezu unsichtbar ist. Im Idealfall reagiert unser Pferd so fein, dass ein bloer Gedanke ausreicht, damit es auf die gewnschte Weise auf unsere „gedachten“ Signale reagiert.

GEWICHTSHILFEN

Der Reiter kann mit Hilfe seines Gewichts auf unterschiedliche Weise treibend einwirken:

  • Einseitig belastende Gewichtshilfen werden vor allem beim Reiten von Wendungen und dem Angaloppieren gegeben. Dabei wird das Gewicht auf den inneren Gesknochen verlagert –das Pferd reagiert mit dem Abwenden, um wieder ins Gleichgewicht mit dem Reiter zu kommen.
  • Der Reiter setzt beidseitig belastende Gewichtshilfen bei bergngen in eine andere Gangart bzw. beim Anhalten ein, wenn die Hinterhand des Pferdes aktiviert werden soll. Dazu sitzt er aufrecht im Sattel und spannt dabei die Bauchmuskeln sowie die untere Rckenmuskulatur an.
  • Entlastende Gewichtshilfen kommen z.B. beim Rckwrtsrichten und Leichttraben zum Einsatz. Man entlastet dabei die Gesknochen, indem man das Gewicht in die Steigbgel und auf die Oberschenkel verlagert. Auf diese Weise wird der Pferdercken entlastet.

SCHENKELHILFEN

Schenkelhilfen wirken stets treibend. Die Wirkung ist abhngig davon, wo der Schenkel beim Treiben anliegt:

  • Der vorwrts treibende Schenkel treibt direkt am Sattelgurt. Im Idealfall setzt die treibende Wirkung bei jedem Schritt automatisch durch die Bewegung des Pferdes ein.
  • Die vorwrts-seitwrts treibende Hilfe wird eine Hand breit hinter dem Gurt gegeben. Spannt der Reiter den Schenkel an, bewirkt dies z.B., dass das diagonale Beinpaar zeitgleich bertritt.
  • Der verwahrende Schenkel liegt ebenfalls eine Hand breit hinter dem Sattelgurt, wo er ruhig anliegt und das Pferd so begrenzt, um ein Ausfallen der Hinterhand nach auen zu verhindern.

Schenkelhilfen knnen brigens nur dann effektiv wirken, wenn sie wechselseitig gegeben werden. Das Pferd kann nmlich nur dann wie gewnscht mit dem Aktivieren des Hinterbeins reagieren, wenn das gleichseitige Hinterbein im Moment des Treibens abfut. Das richtige Timing ist daher sehr wichtig, damit das Pferd nicht abstumpft und richtig reagieren kann.

ZGELHILFEN

  • Annehmende und nachgebende Zgelhilfen werden bei halben und ganzen Paraden sowie zur Stellung bzw. Biegung des Pferdes und Verbesserung der Anlehnung eingesetzt. Sie werden stets zusammen mit den Schenkel- und Gewichtshilfen gegeben –niemals wird nur ber den Zgel eingewirkt. Nach einer annehmenden Zgelhilfe muss immer eine nachgebende folgen.
  • Die verwahrende Zgelhilfe wird bei Biegung und Stellung zusammen mit der annehmenden Zgelhilfe verwendet. Wenn der innere Zgel angenommen wird, gibt der uere Zgel, der verwahrend wirkt, genauso viel nach, damit sich das Pferd im Hals biegen kann.
  • Die seitwrts weisende Hilfe kommt bei Wendungen zum Einsatz, bei der sie dem Pferd die Richtung weist.
  • Die durchhaltende Hilfe wird eingesetzt, wenn das Pferd ber bzw. gegen den Zgel geht. Die Faust bleibt dabei geschlossen an der selben Position „stehen“, bis das Pferd wieder nachgibt. Bei gut ausgebildeten, durchlssigen Pferden ersetzt sie z.B. beim Rckwrtsrichten den annehmenden Zgel.

STIMMHILFEN

Im Grunde genommen ist die Stimme nicht als eigenstndige Hilfe zu sehen, sondern dient zur Untersttzung der anderen Reiterhilfen. Stimmhilfen knnen lobend, motivierend, beruhigend, aber auch ermahnend wirken.

 

1 Anwort auf „Die Hilfengebung beim Reiten“

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Die Hilfengebung beim Reiten

Wie wirke ich als Reiter auf mein Pferd ein? Jule beantwortet euch diese Frage im Blogartikel und gibt euch wissenswerte Infos ber die Hilfengebung des Reiters.

Beim Reiten kommunizieren wir ber die so genannte „Hilfengebung“ mit unserem Pferd: Durch das Zusammenspiel von Gewichts-, Schenkel- und Zgelhilfen knnen wir uns mit ihm verstndigen. Eine korrekte Hilfengebung ist neben dem richtigen Sitz die Voraussetzung fr gutes Reiten. Unser Ziel sollte es sein, so einwirken zu knnen, dass unsere Hilfengebung nahezu unsichtbar ist. Im Idealfall reagiert unser Pferd so fein, dass ein bloer Gedanke ausreicht, damit es auf die gewnschte Weise auf unsere „gedachten“ Signale reagiert.

GEWICHTSHILFEN

Der Reiter kann mit Hilfe seines Gewichts auf unterschiedliche Weise treibend einwirken:

  • Einseitig belastende Gewichtshilfen werden vor allem beim Reiten von Wendungen und dem Angaloppieren gegeben. Dabei wird das Gewicht auf den inneren Gesknochen verlagert –das Pferd reagiert mit dem Abwenden, um wieder ins Gleichgewicht mit dem Reiter zu kommen.
  • Der Reiter setzt beidseitig belastende Gewichtshilfen bei bergngen in eine andere Gangart bzw. beim Anhalten ein, wenn die Hinterhand des Pferdes aktiviert werden soll. Dazu sitzt er aufrecht im Sattel und spannt dabei die Bauchmuskeln sowie die untere Rckenmuskulatur an.
  • Entlastende Gewichtshilfen kommen z.B. beim Rckwrtsrichten und Leichttraben zum Einsatz. Man entlastet dabei die Gesknochen, indem man das Gewicht in die Steigbgel und auf die Oberschenkel verlagert. Auf diese Weise wird der Pferdercken entlastet.

SCHENKELHILFEN

Schenkelhilfen wirken stets treibend. Die Wirkung ist abhngig davon, wo der Schenkel beim Treiben anliegt:

  • Der vorwrts treibende Schenkel treibt direkt am Sattelgurt. Im Idealfall setzt die treibende Wirkung bei jedem Schritt automatisch durch die Bewegung des Pferdes ein.
  • Die vorwrts-seitwrts treibende Hilfe wird eine Hand breit hinter dem Gurt gegeben. Spannt der Reiter den Schenkel an, bewirkt dies z.B., dass das diagonale Beinpaar zeitgleich bertritt.
  • Der verwahrende Schenkel liegt ebenfalls eine Hand breit hinter dem Sattelgurt, wo er ruhig anliegt und das Pferd so begrenzt, um ein Ausfallen der Hinterhand nach auen zu verhindern.

Schenkelhilfen knnen brigens nur dann effektiv wirken, wenn sie wechselseitig gegeben werden. Das Pferd kann nmlich nur dann wie gewnscht mit dem Aktivieren des Hinterbeins reagieren, wenn das gleichseitige Hinterbein im Moment des Treibens abfut. Das richtige Timing ist daher sehr wichtig, damit das Pferd nicht abstumpft und richtig reagieren kann.

ZGELHILFEN

  • Annehmende und nachgebende Zgelhilfen werden bei halben und ganzen Paraden sowie zur Stellung bzw. Biegung des Pferdes und Verbesserung der Anlehnung eingesetzt. Sie werden stets zusammen mit den Schenkel- und Gewichtshilfen gegeben –niemals wird nur ber den Zgel eingewirkt. Nach einer annehmenden Zgelhilfe muss immer eine nachgebende folgen.
  • Die verwahrende Zgelhilfe wird bei Biegung und Stellung zusammen mit der annehmenden Zgelhilfe verwendet. Wenn der innere Zgel angenommen wird, gibt der uere Zgel, der verwahrend wirkt, genauso viel nach, damit sich das Pferd im Hals biegen kann.
  • Die seitwrts weisende Hilfe kommt bei Wendungen zum Einsatz, bei der sie dem Pferd die Richtung weist.
  • Die durchhaltende Hilfe wird eingesetzt, wenn das Pferd ber bzw. gegen den Zgel geht. Die Faust bleibt dabei geschlossen an der selben Position „stehen“, bis das Pferd wieder nachgibt. Bei gut ausgebildeten, durchlssigen Pferden ersetzt sie z.B. beim Rckwrtsrichten den annehmenden Zgel.

STIMMHILFEN

Im Grunde genommen ist die Stimme nicht als eigenstndige Hilfe zu sehen, sondern dient zur Untersttzung der anderen Reiterhilfen. Stimmhilfen knnen lobend, motivierend, beruhigend, aber auch ermahnend wirken.

 

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