Die wichtigsten Basics fürs Longieren

Longieren

Das Longieren ist für mich und Bruno ein wichtiger Teil des gemeinsamen Trainings. Es wirkt bei anderen immer so einfach, aber als ich Bruno das erste Mal longiert habe, musste ich feststellen, dass es nicht nur für mich, sondern auch für ihn eine große neue Herausforderung war. Doch warum ist Longieren so wichtig für unsere Vierbeiner? Longieren bedeutet Bewegung, mit Bewegung gymnastizieren wir unsere Vierbeiner und sorgen dafür, dass Muskeln an den richtigen Stellen aufgebaut und gelockert werden. Außerdem trägt die Longenarbeit zu ausbalancierten und losgelassenen Gängen bei. Das Longieren sollte gelernt sein, wie beim Reiten auch gibt es einige Dinge, die ihr für ein erfolgreiches und effektives Training an der Longe berücksichtigen solltet.

Das Equipment

Das richtige Zubehör spielt nicht nur beim Reiten eine große Rolle, sondern auch beim Longieren. Bei der Frage, welches Zubehör man für das Longieren unbedingt braucht, gehen die Meinungen auseinander. Teilweise hängt das benötigte Zubehör von der Art und Weise des Trainings ab (z.B. wenn man mit einer Doppellonge arbeiten möchte), aber auch davon, wie erfahren ihr seid und mit welchen Mitteln das Training am besten klappt.

Eines gehört jedoch auf jeden Fall zur Grundausrüstung: die Longe. Longen für das klassische Longieren haben meistens eine Länge von ca. 8 Metern. Es gibt auch Kurzlongen (ca. 5-6 m), diese eignen sich jedoch für das begleitende Longieren, bei dem der Longenführer auch mal seinen Platz im Zirkel verlässt und direkt auf das Pferd Einfluss nimmt.

Kappzaum am PferdZur unterstützenden Hilfengebung neben der Stimme kommt außerdem die Longierpeitsche zum Einsatz. Die Peitsche sollte so lang sein, damit der Longenführer das Pferd mit ausgestrecktem Arm mit dem Ende des Peitschenschlages problemlos erreicht.

Ich longiere Bruno grundsätzlich auf Trense mit abgeschnallten Zügeln. Einige schwören auch auf Kappzäume. Kappzäume haben am Nasenriemen einen gepolsterten Stahlbügel mit Ringen daran. In den mittleren Ring wird die Longe geschnallt. Die Longe hat keinen direkten Kontakt zum Maul, was gerade bei jungen oder empfindlichen Pferden von Vorteil sein kann.

Viele longieren ihr Pferd mit einem Longiergurt. Ich persönlich habe zwar keinen, aber bei sehr jungen Pferden und wenn Hilfszügel zum Einsatz kommen sollen, ist ein Longiergurt sinnvoll. Bei der Arbeit mit der Doppellonge zum Beispiel ist ein Longiergurt unerlässlich. Als Alternative dient auch der Sattel, bei dem die Steigbügel abgeschnallt werden sollten.

Stichwort Hilfszügel: Es gibt verschiedene Arten von Hilfszügeln, die für das Longieren verwendet werden können. Da falsch eingesetzte Hilfszügel beim Longieren viel Schaden beim Pferd anrichten können, sollte man nur mit Hilfszügeln longieren, wenn man sich mit der korrekten Verschnallung und der Wirkung auskennt!

Wer denkt, für das Longieren ist keine Sicherheitsausrüstung notwendig, täuscht sich. Für mich sind sicheres Schuhwerk und Handschuhe beim Longieren unerlässlich. Wer sich schon mal die Hände an einem Seil verbrannt hat, weiß wovon ich spreche. Brunos Beine schütze ich mit Gamaschen und Streichkappen.

Der Trainingsaufbau

LongiereinheitWenn ihr noch nie longiert habt, solltet ihr einen erfahrenen Longenführer darum bitten, euch die Grundlagen zu zeigen. Schon das korrekte Aufnehmen der Longe spielt für den Ablauf und die Sicherheit beim Longieren eine große Rolle. Gute Tipps und viel Wissenswertes habe ich auch aus diversen Büchern, das allerwichtigste und zeitloseste Werk sind für mich noch immer die Richtlinien für Reiten und Fahren. Der sechste Band beschäftigt sich sogar ausschließlich mit dem Longieren.

Die Phasen einer Longeneinheit ähneln der einer Reitstunde. Ihr beginnt mit dem Aufwärmen im Schritt, dann folgt die Lösungsphase mit Trab-Galopp-Trab-Übergängen, um die Losgelassenheit zu fördern. In der anschließenden Arbeitsphase könnt ihr euch dann für eure Übungseinheit ein Ziel setzen, z.B. Zirkel verkleinern und vergrößern oder Tempowechsel innerhalb einer Gangart. Zu guter Letzt folgt die Erholungsphase im Schritt.

Bitte bedenkt, dass eine Trainingseinheit an der Longe nie länger als 40 Minuten dauern sollte, da das Laufen im Kreis eurem Vierbeiner ziemlich in die Beine gehen kann. Häufige Handwechsel, ca. alle 10 Minuten, sind dabei ein Muss, da es sonst zu Verspannungen kommen kann!

 

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Geschrieben von Jule

Pferde sind schon immer ein fester Bestandteil in Jules Leben - seit ihrem 11. Lebensjahr (also gut 17 Jahre) reitet sie nun regelmäßig. Von der klassischen Dressur über Western hat sie ihren Weg zur Working Equitation gefunden und bildet ihren 6-jährigen Westfalen-Wallach Bruno selbst aus. Seit 2015 ist sie bei Krämer für die Pflege des Online-Shops verantwortlich. Außerdem teilt sie in unserem Blog regelmäßig interessante und hilfreiche Tipps rund um den Pferdesport mit euch!

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