Sommerekzem – Tipps gegen den lästigen Juckreiz

Felix Bühler Ekzemerdecke karamell

Sobald es wärmer wird, machen lästige Plagegeister wie Kriebelmücken und Gnitzen unseren Pferden das Leben schwer, wie man im Sommer leider oft an geschwollenen, wund gescheuerten Mähnenkämmen und kahlen „Rattenschwänzen“ erkennen kann. Vor allem Islandpferdebesitzer können ein Lied davon singen, doch mittlerweile finden sich in nahezu allen Rassen betroffene Pferde, die unter dem Ekzem leiden.

URSACHEN

Ausgelöst wird das Sommerekzem durch eine heftige allergische Reaktion auf den Speichel von Stechmücken wie etwa Gnitzen und Kriebelmücken. Es kommt zu einer starken Überreaktion des Immunsystems, durch die unter anderem ein unerträglicher Juckreiz entsteht, der die Tiere oftmals dazu bringt, sich an den besonders betroffenen Stellen wie Schweifrübe, Mähnenkamm, Bauchnaht und Kruppe zu scheuern.

RISIKOPATIENTEN

Fjordpferd Schweifansatz
Fjordpferde sind besonders anfällig für das Sommerekzem

Besonders anfällig für das Sommerekzem sind Robustpferderassen aus dem Norden wie zum Beispiel Islandpferde, Shettys und Fjordpferde. Vor allem aus Island importierte Pferde sind häufiger vom Sommerekzem betroffen als Pferde, die auf dem Festland geboren wurden.

Der Grund hierfür ist jedoch nicht allein das vollkommen unterschiedliche Klima und die unter anderem damit verbundene geringere Anzahl an Stechmücken. Viele weitere Faktoren entscheiden, ob ein Pferd am Sommerekzem erkrankt oder nicht, wie zum Beispiel die Fütterung und die genetische Veranlagung.

Übergewichtige Pferde und Pferde, die ohnehin bereits zu Stoffwechselproblemen neigen, sind in der Regel anfälliger für das Sommerekzem als normalgewichtige Tiere, die ausreichend mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen versorgt sind und energie- und eiweißarmes Futter erhalten.

SYMPTOME

Im Sommer ist das Sommerekzem sehr leicht als solches zu erkennen: Die betroffenen Pferde weisen Pusteln an den Stellen auf, wo die Mücken zugestochen haben. Aufgrund der senkrecht wachsenden Haare an Ohren, Mähnenkamm, Bauchnaht, Kruppe und Schweifrübe sind diese Stellen besonders gut für Plagegeister wie Kriebelmücken zu erreichen und daher besonders betroffen. Die allergische Reaktion auf die Stiche löst einen starken Juckreiz aus, dem das Pferd durch ständiges Schubbern und Scheuern entgegen wirken möchte – die Folge sind geschwollene, haarlose Stellen, die im schlimmsten Fall blutig gekratzt werden und sich durch das Eindringen von Bakterien sogar entzünden und eitern können.

Der permanente Juckreiz macht sich jedoch nicht nur äußerlich bemerkbar: Die Pferde sind nervös, stehen permanent unter Stress, schütteln sich und versuchen verzweifelt, sich zu schubbern. An Reiten ist bei solchen „Härtefällen“ nicht mehr zu denken.

Da betroffene Pferde über den Winter beschwerdefrei sind, sieht man einem Ekzemer in den Wintermonaten oft nicht an, dass er unter dem Sommerekzem leidet. Dies sollte vor allem beim Pferdekauf bedacht werden, sonst stellt sich möglicherweise das vermeintlich gesunde, im Winter gekaufte Pferd im Sommer als Ekzemer heraus. Bei besonders betroffenen Pferderassen ist es daher ratsam, vor dem Kauf einen Bluttest durchführen zu lassen.

VORBEUGUNG UND BEHANDLUNG

Eine Heilung des Sommerekzems ist bisher leider nicht möglich – durch die richtige Haltung und Fütterung lässt sich die Ausprägung des Ekzems zumindest eingrenzen.

Eine Überversorgung mit Eiweiß und Energie lässt sich durch das Füttern eiweißreduzierten Futters vermeiden. Eine ausreichende Versorgung mit Mineralstoffen und Spurenelementen kann durch die Fütterung von speziellem Mineralfutter für Allergikerpferde sichergestellt werden. Neben der richtigen Fütterung sollte das Pferd auch ausreichend bewegt werden, da die Neigung zum Sommerekzem durch Übergewicht begünstigt wird.

Betroffene Pferde sollten von März bis November nur stundenweise auf die Weide gelassen werden, am besten tagsüber oder über Nacht, wenn die Insekten am wenigsten aktiv sind. Eine Rückzugsmöglichkeit in Form einer Weidehütte, deren Ausgänge durch Streifenvorhänge geschützt sind, sollte zu jeder Zeit gegeben sein. Weidegang während der Dämmerung sollte möglichst komplett vermieden werden, da die Mücken zu dieser Zeit am aktivsten sind. Auf windigen Koppeln fühlen sich die Plagegeister gar nicht wohl, dafür halten sie sich  bevorzugt in der Nähe fließender Gewässer auf, was dort befindliche Koppeln leider zu einem ungünstigen Aufenthaltsort für Ekzemerpferde macht.

Sommerekzem Schweifrübe Pflege

Zum Schutz vor Stichen empfiehlt es sich, bereits vor der Fliegensaison damit zu beginnen, das Pferd mit einer speziellen Ekzemerdecke einzudecken. Dabei ist ein guter Sitz besonders wichtig: Die Decke sollte gut passen und nicht zu locker anliegen, um ein Verrutschen zu verhindern. Ferngehalten werden können die lästigen Insekten außerdem mit Fliegenschutzmitteln, die jedoch immer wieder aufgetragen werden müssen.

Spezielle Pflegemittel, Lotionen, Salben und Shampoos für Ekzemer können helfen, den Juckreiz zu lindern. Vor allem Teebaumöl hat sich dabei als Inhaltsstoff bewährt. Ringelblumensalbe eignet sich gut bei Scheuerstellen und pflegt die empfindliche Haut. Um den Pferden eine „sanfte“ Scheuermöglichkeit zu bieten, können im Stall und auf der Weide Bürsten oder Scheuerstreifen angebracht werden, an denen sich die Pferde gefahrlos schubbern können.

 

 

 

 

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Geschrieben von Evi

Evi ist unser Cowgirl im Blogger-Team. Sie liebt den Western-Lifestyle nicht nur - sie lebt ihn auch! Evi betreibt eine kleine Quarterzucht und kennt sich sowohl mit Aufzucht, Jungpferden und allen Themen rund um Pferdehaltung hervorragend aus. Seit 2014 ist sie als Veranstaltungskauffrau in unserer Eventabteilung tätig und bildet nebenbei Westernpferde aus. Viele wertvolle Tipps u.a. zu Bodenarbeit, Parelli, Join Up und auch Geitners Dualaktivierung gibt sie euch in unserem Blog.

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