Das richtige Sattelzubehör: Von Sattelgurt bis Steigbügelriemen
Ein angepasster Sattel ist das A & O. Aber dieser will auch am Pferd befestigt werden, der Reiter möchte Halt für seine Füße finden und der Sattel möchte gepflegt und geschützt werden, damit er viele Jahre hält. Um das richtige Sattelzubehör kommt man also nicht herum! Zum sinnvollen Sattelzubehör gehören:
- Sattelgurte: Kurzgurte oder Langgurte
- Steigbügel und Steigbügelriemen
- Schabracke oder Satteldecke
- Eventuell Sattelpad, Korrekturpad oder Ähnliches
- Sattelschoner

Sattelgurt
Ein Sattelgurt hält den Sattel auf dem Pferderücken und verhindert, dass der Sattel mitsamt Reiter zur einen oder anderen Seite herunterrutscht. Doch wie auch bei den Sätteln selbst, gibt es auch bei den Sattelgurten eine große Auswahl an Längen und Formen, die auf die verschiedenen Rumpfformen der Pferde abgestimmt sind.
Kurzgurte kommen vor allem bei Dressursätteln und manchen Barock- oder Spanischsätteln zum Einsatz, also Sätteln mit langem Sattelblatt und langen Gurtstrippen. Die korrekte Länge eines Kurzgurtes wird am fertig gesattelten und gegurteten Pferd ermittelt. Das Maßband wird von Sattelblattunterkante zur Sattelblattunterkante angelegt. Vom Messergebnis werden noch einmal 30 cm abgezogen.
Langgurte hingegen halten Spring- und Vielseitigkeitssättel an Ort und Stelle. Um die korrekte Länge eines Langgurtes zu ermitteln, wird die Länge vom zweiten Loch (von unten) der Gurtstrupfe der einen Seite zum zweiten Loch (von unten) der anderen Seite gemessen. Das Messergebnis ergibt die Sattelgurtlänge.
Formtechnisch muss der Sattelgurt genauso gut passen wie der Sattel. Denn im Rumpf verlaufen sehr viele Muskeln und Faszien, die bei unpassender Ausrüstung geschädigt werden können. Entscheidend hierbei ist die Ausprägung der Gurtlage (= Platz zwischen Ellenbogen und Rippenwölbung). Es gibt folgende Sattelgurt-Modelle:
- Anatomischer Sattelgurt: Gurt ist vorne und hinten im Ellenbogenbereich weit ausgeschnitten. Anatomische Sattelgurte sind für Pferde mit ausgeprägter Gurtlage gut geeignet.

- Asymmetrischer Sattelgurt: Der Gurt ist nur vorne im Ellenbogenbereich weit ausgeschnitten, die andere Seite ist gerade. Asymmetrische Sattelgurte eignen sich für Pferde mit wenig ausgeprägter Gurtlage.

- Mondförmiger Sattelgurt: Der Gurt ist nur vorne im Ellenbogenbereich zurückgeschnitten und ähnlich dem Rippenbogen nach vorne gewölbt. Mondförmige Sattelgurte eignen sich für bauchige Pferde mit schmaler Brust, deren Sattel oftmals nach vorne rutscht.

- Athletische Sattelgurte: Dieser Gurt ist das Gegenüber mondförmiger Sattelgurte. Die Ellenbogenfreiheit befindet sich ebenfalls vorne, der Gurt ist jedoch nach hinten geformt. Athletische Sattelgurte eignen sich daher für schlanke Pferde mit einem keilförmigen Rumpf, bei denen der Sattel eher nach hinten rutscht.


Wie liegt der Sattelgurt richtig?
Idealerweise gibt der Sattel vor, wie der Sattelgurt zu liegen hat. Denn wenn der Sattel an der richtigen Stelle auf dem Pferderücken zum Liegen kommt, zeigen die Gurtstrupfen auch die Gurtlage an. Zwischen Sattelgurt und Ellenbogen sollte eine flache Hand Platz finden.
Wenn die Gurtlänge richtig ausgemessen wurde, dann stößt der Ellenbogen des Pferdes nicht an die Schnallen oder Gurtränder, das Pferd läuft nicht verkürzt. Das gilt insbesondere für Kurzgurte. Der Ellenbogen darf nicht an die Schnallen stoßen. Stattdessen sollte der gegurtete Kurzgurt bis zum unteren Sattelblattrand reichen.
Steigbügelriemen und Steigbügel
Für den richtigen Halt im Sattel oder einen entlastenden Sitz gehören Steigbügelriemen und Steigbügel an den Sattel. Die Riemen werden an der Sturzfeder des Sattelbaums befestigt und können aufgrund ihrer Lochung an unterschiedliche Beinlängen korrekt eingestellt werden.
Neben den klassischen Lederriemen, deren Überschuss in eine Lasche am Sattelblatt gesteckt wird, gibt es Kurzsteigbügelriemen. Diese kommen häufig bei Freizeit- oder Islandsätteln zum Einsatz. Hierbei befindet sich die Schnalle unten, direkt am Steigbügel und verhindert damit ein eventuelles Drücken in den inneren Oberschenkel.

Zum Schutz des Sattelleders kannst du über den Steigbügel weiche Steigbügelhüllen ziehen. Diese verhindern, dass Schmutz oder das Material der Steigbügel das Sattelleder zerkratzt.
Zum Schutz des Sattels: Steigbügelhüllen
Schabracken, Satteldecken und Sattelpads

Sattelunterlagen haben generell nicht die Aufgabe, die Passform des Sattels zu korrigieren. Viel mehr schützen sie das Sattelleder vor Pferdeschweiß und Schmutz. Es gibt sie in einer bunten Vielfalt an Farben und Designs, womit sie dem Pferdeoutfit das gewisse Extra verleihen. Während Satteldecken in der Form des Sattels geschnitten sind, haben Schabracken eine rechteckige Form und bieten damit mehr Stoff, der unter dem Sattel hervorschaut. Schabracken und Satteldecken gibt es nicht nur in unterschiedlichen Größen, sondern mit verschiedenen Schwerpunkten.
Unter einen Springsattel passt beispielsweise keine Dressurschabracke, da sonst das vorgezogene Sattelblatt auf die Naht drücken würde. Vielseitigkeitsschabracken passen unter eine Vielzahl von Sätteln.
Sattelpads, wie Gelpads, Korrekturpads oder Keilkissen, sind für eine temporäre Korrektur eines nicht passenden Sattels geeignet. Sie können das Ungleichgewicht der Sattellage vorübergehend zurück in Balance bringen, beispielsweise wenn das Pferd in einer verletzungsbedingten Pause viele Muskeln verloren hat und sich nun im Aufbautraining befindet. Grundsätzlich sollte aber immer zuerst an der Stellschraube Sattel gedreht werden, um diesen ins Gleichgewicht zu bringen.
Weiterlesen:
Ausführliche Informationen zu den Unterschieden von Satteldecke, Schabracke und Sattelpad findest du in unserem Ratgeber über Sattelunterlagen. Dort erfährst du auch 6 Fehler, die du bei der Verwendung von Sattelunterlagen machen kannst.