Bewegungsapparat

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Ratgeber Bewegungsapparat

Der Bewegungsapparat des Pferdes


Der Bewegungsapparat des Pferdes setzt sich aus einem aktiven und passiven Teil zusammen. Die Skelettmuskulatur und Sehnen zählen zu dem aktiven Bewegungsapparat, wohingegen der passive Bewegungsapparat des Pferdes aus Skelett und Bändern besteht. Der Pferdekörper wird so in seiner festgelegten Form gehalten und kann dennoch zielgerichtet bewegt werden.

Erkrankungen oder Fehlfunktionen im Bewegungsapparat des Pferdes werden meist dadurch erkennbar, dass das Pferd lahmt. Die häufigsten Lahmheiten treten an den Vorderbeinen, insbesondere unterhalb des Karpalgelenks (Vorderfußwurzelgelenk), auf. Tritt die Lahmheit am Hinterbein auf, sind häufig das Sprung- oder Kniegelenk des Pferdes betroffen.

Lahmheit ist in den meisten Fällen durch die Schonung schmerzender Gliedmaßen bedingt. Eine zuverlässige Diagnose bietet eine Lahmheitsuntersuchung des Bewegungsapparates. Hier muss zudem genau diagnostiziert werden, welcher Teil des Bewegungsapparates gestört ist, um die richtigen Behandlungsmaßnahmen ansetzen zu können.

Um Wohlbefinden und Gesundheit des Pferdes zu erhalten, benötigen Pferde u.a. eine ausgewogene Pferdefütterung. Für die Prävention und Gesunderhaltung ist insbesondere das Verhältnis von Calcium zu Phosphor sowie die bedarfsgerechte Versorgung mit Vitaminen, Spurenelementen und Mineralstoffen entscheidend.

 

Störungen und Erkrankungen des Bewegungsapparates


Zu den häufigsten Erkrankungen unserer Pferde zählen Probleme am Bewegungsapparat wie Hufrollenentzündung, Kissing Spines, Spat oder Arthrose. Besonders Arthrose zählt zu den am häufigsten auftretenden Krankheiten und tritt insbesondere als Folge altersbedingter Verschleißerscheinungen auf. Arthrose bei Pferden wird entsprechend des jeweiligen Grades der Ausprägung behandelt. Der Grad der Arthrose bestimmt weiterhin ob und inwieweit der Gelenkverschleiß die Lebensqualität des Pferdes mindert. Werden nur leichte Modifikationen diagnostiziert, bleiben die Pferde von den Auswirkungen der Arthrose größtenteils unbeeinträchtigt.

 

 

 

Die häufigsten Erkrankungen und Fehlfunktionen des Bewegungsapparates

    • Hufrollenentzündung: Bei der Strahlbeinlahmheit unterscheidet man grundsätzlich zwischen der aktuten und chronischen Form: Der aktuen Form liegt eine Reizung des Strahlbeinbereiches zu Grunde, insbesondere des Schleimbeutels unterhalb der tiefen Beugesehne. Die chronische Form, Podotrochlose, ist aseptisch und hat keine infektiösen Ursachen. Überbelastung und Verschleiß verursachen chronische Entzündungen.

 

    • Arthrose: Arthrose beim Pferd ist eine Verschleißerkrankung der Gelenke. Die Gelenke unterliegen durch zunehmendes Alter oder Gelenkerkrankungen einer variierenden Abnutzung sowie degenerativen Prozessen. Eine Arthrose beim Pferd kann sich über lange Zeit hinweg entwickeln und schädigt das Gelenk dauerhaft.

 

    • Spat: Die Spaterkrankung (chronisch degenerative Osteoarthrose) des Sprunggelenks zählt zu den häufigsten Lahmheitsursachen des Pferdes. Knochenartige, arthritische Zubildungen an den Gelenkrändern und -flächen des Sprunggelenks und führen zu schmerzhafter Reibung und Verletzungen der Gelenkknorpel.

 

    • Kissing Spines: Modifikationen an den Dornfortsätzen der Wirbel. Die Dornfortsätze berühren sich und überlappen teilweise; es kommt zu schmerzhafter Reibung. Kissing Spines kommt vermehrt bei Pferden mit Senkrücken und schwach ausgebildeter Rückenmuskulatur vor. Da die Dornfortsätze in der Sattellage am längsten sind, tritt die Erkrankung hier am häufigsten auf.

 

  • Schale: Tritt Schale beim Pferd auf so liegt eine chronisch deformierende Entzündung der Gliedmaßenknochen- und gelenke des unteren Bereiches der Pferdebeine vor. Unterschieden wird die Gelenkschale von der der gelenknahen Schale. Ursachen sind meist chronische Gelenkentzündungen, Fehlstellungen, Gelenkchips oder Knochenbrüche.

 

Was beeinflusst den Bewegungsapparat eines Pferdes?


Neben der Pferdehaltung, Pferdefütterung sowie der Reitweise spielen genetische Vorbelastungen und Anfälligkeiten sowie vorangegangene Behandlungen bspw. durch den Chiropraktiker eine bedeutende Rolle, wenn es um die Diagnose und Behandlung von Funktionsstörungen im Bewegungsapparat des Pferdes geht. Im Folgenden haben wir einige bedeutende Einflussfaktoren zusammengefasst.

 

 

 

 

 

 

 

Merkmal Einfluss auf den Bewegungsapparat des Pferdes
Alter, Rasse und Pferdehaltung Je nach Alter, Pferderasse und auch Haltungsform sowie Pferdefütterung unterscheiden sich die Pferde in Körperbau, Proportionen sowie im Aufbau der Muskulatur und dem Bindegewebe. Besonders Pferderassen unterscheiden sich in ihrem anatomischen Gepräge, was neben rassetypischen Krankheitsbildern auch den Körperbau und die Flexibilität des Bewegungsapparates beeinflußt. Weiterhin beeinflußt die Wahl des Pferdefutters den Säure-Basen-Haushalt, welcher sich in einer grundlegenden Modifikation der Muskel- und Gewebestruktur zeigt.
Bewegung und Training des Pferdes Sowohl die Reitweise als auch die Regelmäßigkeit mit welcher das Pferd gearbeitet wird, sind ausschlaggebend für die Ausprägung der jeweiligen Muskelgruppen und die Gelenkbeanspruchung. Rassebedingt können prädisponierte Belastungsbereiche auftreten.Weiterhin darf der Einfluss des jeweiligen Reiters nicht unterschätzt werden, da jeder Reiter die Statik des Pferdes individuell beeinflußt. Insbesondere bei Schulpferden ist dieser Einflussfaktor nicht zu vernachlässigen.
Vorerkrankungen Bedeutend für die Identifikation eventueller Kontraindikatoren ist das Berücksichtigen von Vorerkrankungen des Bewegungsapparates. Nach mehreren Behandlungen durch Chiropraktiker oder Physiotherapeuten sind Gelenkstrukturen sowie das umliegende Gewebe verändert. Die Kenntnis über die Behandlungshistorie des Pferdes ist wichtig um etwaige Fehldiagnosen auszuschließen.